„Leicht abfallend“

Für Mittwoch, Tag 22, war geplant, dass mein sehr guter Freund Klemens, Beraterkollege und Netzwerkpartner, während der Etappe zu mir stößt und mich begleitet. Wir hatten dazu als Treffpunkt 14 Uhr am südlichen Ufer des Sees am Hochklapfsattel vereinbart. Das klang wie ein Schmugglertreffpunkt.
Da ich von der Pühringer Hütte ca. sechs Stunden brauchen würde, war ich flott unterwegs, um nicht zu spät zu kommen. Außerdem freute ich mich sehr auf das Treffen.

Wir wussten vorher beide nicht, wie der Treffpunkt genau aussieht. Und beide hätten wir den „See“ dann fast versäumt. Er war vom Weg kaum einsehbar und wesentlich kleiner als erwartet.
Klemens kam ein paar Minuten früher an und meine Wiedersehensfreude war riesig! Er hatte Bier und belegte Brote dabei, wir lachten herzlich über die Angabe „am südlichen Seeufer“ und tauschten sofort die Erlebnisse aus.

In der Wegbeschreibung zur Loser Hütte, unserem Tagesziel, war sichtbar, dass diese ein paar Höhenmeter tiefer liegt als der Sattel. Also müsste es nun wohl leicht abfallend und gemütlich zur Hütte gehen. Es kam jedoch anders: Auf meiner ganzen bisherigen Tour gab es nicht so viele Kletterstellen wie in diesem Teil. Wir hatten ständig das Gefühl, dass wir nur aufwärts gingen ohne jegliche Abstiege. Nach jeder Kurve sahen wir neue Felsstufen nach oben und wir begannen, uns zuzurufen „leicht abfallend!“.

Endlich angekommen genossen wir in der Hütte den guten Komfort und die wenigen Gäste. Nach intensiven Gesprächen über Männlichkeit und Vaterthemen haben wir bei starkem Regen in der Nacht dann wunderbar geschlafen.

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Der nächste Tag lag im dicken Nebel, bald wieder ohne Regen. Klemens musste sich leider schon bei der Blaa Alm verabschieden.
Der Rest der Tour war nebelig und manchmal ein bisschen unheimlich mit Hütten im Nebel – doch wunderschön. Ich mag solche Wetterstimmungen.

One thought on “„Leicht abfallend“

  1. Martha

    Ich bewundere nicht nur die Durchhaltekraft, ich bewundere vor allem diese tagtägliche Offenheit für alle Gefühle, die die Umgebung und die Route an sich preisgeben – es ist doch genau das Ziel: FÜHLEN.

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