Tag 8: Begegnungen

Tage beginnen ja prinzipiell um 0:00 Uhr. So auch gestern. Doch da war gerade noch eine „Abschiedsfeier“ vom Habsburghaus im Gange.

Die Habsburghaus-Crew

Es gab Zeit, mit der tollen neuen Hütten-Crew zu plaudern, und ich war fasziniert von Aylas (sie ist Hütten-Mitarbeiterin) numerologischen Analysen und unserer ähnlichen Vatergeschichten. Und plötzlich war es 2:30. Zeit ins Bett zu gehen. Es wartete eine lange Tour für den Tag.

Alle waren überraschend frisch beim Frühstück und dann hat mir die Crew von Thomas erzählt, der gerne Begleitung über das Zahme Gamseck hätte, da er nicht schwindelfrei sei und den Steig nicht kenne. Thomas geht gerade von Ternitz nach Mariazell. Meine nächste Begleitung für heute war somit fix.
Der Abschied von Margarete und dem Habsburghaus fiel schwer. So schön und ergiebig war es hier.

Thomas

Mit häufigem Blick zurück stiegen Thomas und ich auf zum Gamseck. Dabei hat er mir erzählt, wie sich bei ihm als Jugendlicher durch ein traumatisches Klettererlebnis plötzlich seine Höhenangst entwickelt hat. Bald waren die Sicherungsseile für den Abstieg durch die spektakuläre Felswand zu sehen. Ganz behutsam haben wir uns durch den Steig bewegt. Thomas war konzentriert und hat mit sicheren Schritten die ersten Meter gut bewältigt. Der Steig war schön und gut im Fels angelegt, mit tollen Tiefblicken.

Im guten Kontakt miteinander manövrierten wir uns durch die einzelnen Passagen. Bis sich Thomas mit „Jetzt nur nicht übermütig werden!“ plötzlich wieder an seine ursprüngliche Freude am Klettern erinnerte. Das war schön!
Mit viel berechtigtem Stolz saß Thomas am Ende des Steiges im Schatten und wir genossen den beeindruckenden Rückblick auf den Steig. Ich glaube Thomas hat gerade einen großen Schritt gemacht, seine Höhenangst zu überwinden.

Käthe

Weiter im Abstieg trafen wir ein Frauenpaar und fragten uns gegenseitig nach dem Weg. Auf die Frage, ob wir auf die Schneealpe gehen, meinte ich dazu, dass ich dann prinzipiell weiter nach Innsbruck gehe. Käthe, eine der beiden Frauen, meinte gehört zu haben, dass gerade jemand unterwegs zu seinem Vater in Innsbruck sei. Plötzlich wurde das ein kurzer magischer Moment als klar wurde, dass ich das bin. Blicke, kurze Worte und eine Herzberührung machten diesen Moment ganz besonders.

Thomas und ich stiegen weiter ab und wieder steil bergauf auf die Schneealpe. Dort trennten sich dann nach einem sehr verbindenden Tag unsere Wege.
Immer wieder spannend, wie sich Begegnungen ergeben und was sich dabei tut.

Nach dem Abstieg nach Neuberg war der Badeteich vor meinem Zimmer der perfekte Abschluss eines langen und tollen Tages.

Die Neuberger

Am Schneealpenhaus hatte ich entschieden, dass mein Knie mich auch noch nach Neuberg an der Mürz bringen wird. Ich hatte mir eine Unterkunft herausgesucht, doch niemanden erreicht. Deshalb hatte ich Margarete gebeten, während meines Abstiegs das Zimmer zu reservieren.
Plötzlich bekam ich im 5 Minuten Takt eine sms: Gasthof voll, anderen probieren…es meldet sich niemand…Neuberg ist voll…die Dame vom Teichwirt ist voll engagiert etwas zu finden…jetzt ist der Bürgermeister eingeschaltet…

Ich hatte das Bild vor mir, dass schon der ganze Ort zusammenläuft…

Dann die erlösende Nachricht, kurz vor meiner Ankunft: Es gibt nur mehr einen Platz, der ist im Hausarbeiterzimmer. Und das hat sich als sehr fein herausgestellt. Direkt am Badeteich mit wunderbarem Ausblick.

Danke Neuberg, danke an den so engagierten und freundlichen Teichwirt!

  • Abschied von Margarete...

2 thoughts on “Tag 8: Begegnungen

  1. kaethe

    Ja es war ein magischer Herzensmoment. Die Verbindung war und ist vorhanden. Ich wünsche dir weiterhin viele magische Momente auf deinem Weg und will dich auch mit einem Song von Jonathan Jeremiah ‚ Happiness‘ unterstützten. Herzensliebe und ganz Ich Bin weiterhin….Käthe

  2. Daniel

    Ja das Habsburghaus von der Berufsvision auf dem Berggipfel :-) Sehr schöne Erinnerungen auch für mich, unter anderem an lange und persönliche Gespräche bis in die Nacht mit Begegneten, bis dato mir völlig Unbekannten.
    Begegnungen, die anscheinend in der freien Natur dort oben irgendwie anders zu verlaufen scheinen als im Alltag. Als ob eine Art Katalysator wirken würde…
    Das ist eines der Dinge um die ich Dich lieber Tom, ein wenig beneide bei Deiner Tour – die besonderen Begegnungen. Man kann beim Lesen Deiner Berichte erkennen, dass Du sie genießt.

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