Tag 9: Jäger und Sammler

Gestern Früh hatte ich mich wieder an die Botschaft erinnert: „Ist ja der ganze Tag Zeit dafür“. Also: Zeit lassen, Umgebung genießen und die Gedanken fließen lassen.

Nach den begleiteten Tagen mochte ich den Tag alleine mit mir wieder sehr gerne. Galt es doch, die intensiven Erlebnisse wieder zu sortieren und setzen zu lassen. Und da ich untertags bisher quasi immer komplett alleine unterwegs war, sicher auch heute, war Zeit zu spielen.

Der Weg war fast durchgängig gesäumt von dichten Schwarzbeerstauden mit großen reifen Früchten – und die schmeckten herrlich!

Dabei erinnerte ich mich, dass mich die großen Handelsrouten, die vor weit über 1000 Jahren noch zu Fuß bewältigt wurden, immer so faszinierten. So wie der immer noch sichtbare alte Steinweg über den Tauern in der Nähe des Hannover Hauses. Unglaublich, was Menschen damals zu Fuß bewältigt haben. Dieser Gedanke schwingt auch bei meiner Tour für mich etwas mit.

Wie war das eigentlich damals? Oder noch früher? Neue Wege erforschen im Wald, ernähren von den Beeren und trinken von frischen Quellen.
Ich zog mein T-Shirt aus und versetzte mich in diese Zeit. Aufmerksam streifte ich durch den Wald, naschte immer wieder von den herrlichen Schwarzbeeren und versuchte, Tierfährten zu entdecken. Den Vögeln, Eidechsen und Rehen, die immer ganz erschrocken flüchteten, gab ich laut zu verstehen, dass ich nur Gast bin und nichts Existenzbedrohendes mit ihnen vor habe.

Plötzlich war der Boden feucht und moorig. Da muss wo eine Quelle sein…
Dem morastigen Boden folgend fand ich einen Brunnen und füllte zufrieden meine Flaschen.

Eine Stunde Steinzeit. Herrlich! Und ich fühlte mich männlich.
Und schaute mich sicherheitshalber immer wieder um, ob mich dabei niemand entdeckt ;-)

(Und ja, ich fühle mich noch ganz normal, sehr sogar)

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